Gemeinsame Pressemitteilung Altonaer Fraktionen und des Amtes zum Autobahn-Deckel 28.10.04

 

Altona fordert einstimmig den Bau des Autobahndeckels

 

Mit den Stimmen von CDU, SPD und GAL hat sich die Altonaer Bezirksversammlung im Rahmen eines gemeinsamen Antrages am Donnerstag für eine Überdeckelung der Autobahn A 7 nördlich des  Elbtunnels ausgesprochen, die im Zuge des achtspurigen Ausbaus der Autobahn erfolgen soll. Dieser ist laut Bundesverkehrswegeplan bis zum Jahr 2015 vorgesehen. Der Hamburger Senat und die Kieler Landesregierung wollen die Maßnahme bis 2008 in Angriff nehmen. Mit dem Bau eines durchgehenden Deckels bis zum Volkspark soll der Lärmschutz für die betroffenen Stadtteile erheblich verbessert werden. Außerdem soll mit dem Deckel die städtebauliche Trennung, insbesondere Bahrenfelds aufgehoben werden. Im Zuge dessen sollen ca. 450 Kleingärten auf den Deckel umziehen und die bisherigen Kleingartenflächen für den Wohnungsbau genutzt werden. Das im September der Politik und den Initiativen vorgestellte Gutachten ist Grundlage der Realisierung des möglichst langen und festen Autobahndeckels. Die Finanzierung des Projektes soll durch die zugesagten Gelder des Bundes, die Erlöse, diese sich aus dem Verkauf aller im Gutachten genannten Flächen ergeben, und ggf. eine Hamburger Beteiligung erfolgen.

Dazu erklärten die Fraktionen:

Uwe Szczesny, Fraktionsvorsitzender der CDU:

„Der Deckel ist eine einmalige Chance, die durch den Autobahnbau entstandene städtebauliche Situation in Othmarschen und Bahrenfeld entscheidend zu verbessern. Es gibt bei diesem Projekt fast nur Gewinner: Bewohner der Umgebung und Kleingärtner genießen einen effektiven Schutz vor Lärm und Abgasen, die Stadt kann auf attraktiven Flächen wachsen, der Naherholungsbereich Volkspark wird durch die Verlagerung des Schießstandes verbessert, der Standort Hamburg erfährt insgesamt eine qualitative Aufwertung. Hamburg wird wohl dafür Geld in die Hand nehmen müssen; doch diese Investition ist für nachfolgende Generationen und deshalb für Hamburg wichtig“.

Thomas Adrian, SPD-Fraktionsvorsitzender der SPD:

„Der Autobahndeckel ist die größte Herausforderung und zugleich Chance für Altona der kommenden 10-15 Jahre. Wir haben die Idee des Deckels stets unterstützt und freuen uns, dass ein gemeinsames Votum zustande gekommen ist. Der Bund und die Bezirksversammlung haben ihre Hausaufgaben gemacht, es ist jetzt Sache des Senats, grünes Licht zu geben. „Mit Bauchschmerzen nehmen wir in Kauf, dass im Zuge des Deckels auch Kleingartenflächen in Ottensen verlagert werden müssen. Dies funktioniert nur dann, wenn jeder Kleingarten 1:1 ersetzt wird“, so Adrian weiter.

Winfried Sdun, GAL:

„Die städtebauliche Chance für den Bezirk Altona fordert von den betroffenen Kleingärtnern Opfer. Die GAL hält dies mit dem vorgesehenen großzügigen Umzugs- und Entschädigungsverfahren aber für vertretbar. Die enorme Verbesserung der Lebensqualität durch das Abdeckeln von 2 km Autobahn in der Stadt rechtfertigt aber die Umzüge von Kleingärten, für die ja alle Platz ist.“  

Hinnerk Fock, Bezirksamtsleiter:

„Der Deckel ist eine bedeutende städtebauliche Chance für den Bezirk. Wir erzielen eine „Wiedervereinigung“ des durch die Autobahn in zwei Teile zerschnittenen Bezirks und erreichen gleichzeitig einen Lärmschutz für die Anwohner und können an zentraler Stelle für die wachsende Stadt Wohnungsbau betreiben. Das Projekt wird weltweit als „Straßenreparatur“ Vorbildcharakter haben“.